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Identifizierung

Entsprechend der Kernkompetenz des Institute of Bioanalytical Sciences Pflanzenextrakte mit einem definierten Wirkspektrum zu erstellen, ist es neben der Isolierung und Funktionalitätstestung unabdingbar die Inhaltsstoffe in den Extrakten zu identifizieren. Hier kommen die verschiedenen analytischen Verfahren zum Einsatz, wobei zwei verschiedene Ansätze zu verfolgen sind:

  • Bestätigung einer gesuchten oder zu erwartenden Substanz
  • Identifizierung einer unbekannten Substanz

Wird von einer spezifischen Substanz oder Substanzgruppe ausgegangen, können Referenzmaterialien genutzt werden. Diese ergeben sowohl in der Flüssigchromatographie (HPLC, HPTLC), als auch in der Gaschromatographie eine Identifizierung über Retentionszeiten, Laufstrecken, Spektren bzw. Färbungen im Vergleich zum Referenzmaterial. Erfolgt eine Kopplung dieser Verfahren mit dem Massenspektrometer kann das Ergebnis noch über das Massenspektrum abgesichert und teilweise quantifiziert werden.

Für die Identifizierung einer unbekannten Substanz wird die Kopplung zum Massenspektrometer genutzt. Das Massenspektrum im Zusammenhang mit allen anderen Informationen, die aus der vorangegangenen Chromatographie stammen, kann in Verbindung mit Spektren-Bibliotheken und der Literatur Aufschluss über die Substanz geben. Für eine finale Aufklärung der Struktur müsste die Substanz jedoch rein in mehreren Milligramm für beispielsweise NMR-Versuche gewonnen werden.

Zeigen Extrakte oder deren Fraktionen eine Wirkung in der Funktionalitätstestung, so können mit den Ergebnissen der Identifizierung Struktur-Wirkungs-Beziehungen abgeleitet werden. Erfolgt die Identifizierung vor der ersten oder zweiten Fraktionierung, können gezielt Methodenparameter vom analytischen Maßstab auf den präparativen übernommen werden, um die gewünschten Einzelsubstanzen oder Substanzgemische in den Fraktionen zu gewinnen.